Wildhunde gehören zu den außergewöhnlichsten und seltensten Tierbeobachtungen Afrikas. Daher sollten Sie diese nie als selbstverständlich betrachten.
Die sogenannten „Painted Dogs“ zählen zu den am stärksten bedrohten Raubtieren des Kontinents. Sie durchstreifen riesige Gebiete und können wochenlang verschwunden sein, bevor sie plötzlich wieder auftauchen. Eine Begegnung mit einem Wildhunderudel gilt deshalb oft als echtes Highlight jeder Safari.
Doch als unsere Guides und Gäste rund um die Hideaways Mogotlho Safari Lodge die Tiere immer häufiger zu Gesicht bekamen, wurde schnell klar: Hier entwickelt sich etwas Besonderes.
In den vergangenen Monaten gab es in Mogotlho ein Thema, das immer wieder Gespräche zwischen Gästen und Guides bestimmte – die Wildhunde.
Die erste Sichtung der Saison erfolgte, als unsere Guides das Rudel bei einer Beute nahe der Lodge entdeckten. Für viele war es ein erfreuliches Wiedersehen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Rudel in dieser Region seinen Bau angelegt, und Gäste konnten damals miterleben, wie das Alphapaar seine Welpen großzog.
Nun scheint das Rudel bereits die dritte Saison in Folge das Gebiet rund um Mogotlho zu bevorzugen. Unsere private Konzession bietet ideale Bedingungen: viel Platz, wenig Störungen und reichlich Beutetiere. Impalas, Letschwe-Antilopen, Gnus und anderes Steppenwild sorgen dafür, dass es den Raubtieren der Region an Nahrung nicht mangelt.
Schon bald häuften sich die Sichtungen. Mit insgesamt 18 Tieren handelt es sich um ein beachtliches Rudel, und je häufiger es gesichtet wurde, desto intensiver verfolgten unsere Guides seine Bewegungen.
Von der Suche nach einem geeigneten Bau über die Geburt der Welpen bis hin zu den ersten Jagdausflügen – jeder Gast erlebte einen anderen Teil dieser faszinierenden Geschichte. Zusammengenommen ermöglichen diese Begegnungen einen seltenen Einblick in das Leben eines der spannendsten Raubtiere Afrikas.

Reisender 1: Die Suche beginnt
Am 1. Mai 2026 hatte der erste Reisende nur eine kurze Begegnung mit dem Rudel.
Die Wildhunde wurden mitten während einer Jagd gesichtet, bevor sie ebenso schnell wieder verschwanden. Eine typische Wildhundbeobachtung – rasant, flüchtig und voller Spannung.
Der interessanteste Teil der Sichtung folgte jedoch erst danach. Guide King George erklärte, dass das Alphatier hochträchtig zu sein schien und das Rudel offenbar nach einem geeigneten Ort für seinen Bau suchte – vermutlich etwas außerhalb der Konzession.

Reisender 2: Das Warten
Nicht einmal eine Woche später traf der nächste Gast in Mogotlho ein – in der Hoffnung, das Wildhunderudel zu Gesicht zu bekommen.
Doch diesmal fehlte jede Spur von ihnen.
Trotz der zunehmenden Sichtungen blieben die Wildhunde unsichtbar. Es war eine Erinnerung daran, warum sie zu den begehrtesten Tierbeobachtungen Afrikas zählen. Selbst wenn sich ein Rudel über längere Zeit in einer bestimmten Region aufhält, gibt es keine Garantie für eine Begegnung.
Rückblickend war ihr Verschwinden vielleicht bereits ein Hinweis auf das, was bevorstand.
Nur wenige Tage zuvor war berichtet worden, dass das Alphatier hochträchtig war. Nun schien das gesamte Rudel wie vom Erdboden verschluckt. Irgendwo außerhalb des Sichtfelds liefen die Vorbereitungen weiter. Die Suche nach einem geeigneten Bauplatz schien beendet zu sein.
Reisender 3: Die Welpen sind da
Als der dritte Gast am 22. Mai in Mogotlho ankam, hatte die Geschichte bereits eine neue Wendung genommen.
Während einer Pirschfahrt am Nachmittag entdeckte er das Alphatier, das allein vor dem Bau ruhte. Den Guides zufolge hatte sie erst drei Tage zuvor ihre Welpen zur Welt gebracht. Die Jungtiere waren noch zu klein, um den Bau zu verlassen, und blieben sicher unter der Erde verborgen, während der Rest des 18-köpfigen Rudels in der Umgebung auf Jagd ging.
Später fanden die Guides die übrigen Wildhunde und beobachteten sie bei der Jagd. Impalas stoben in alle Richtungen davon, während das Rudel perfekt zusammenarbeitete. Selbst Gnus drehten sich um und versuchten, die Wildhunde zu vertreiben. Doch an diesem Tag blieb die Jagd erfolglos.
Am nächsten Morgen machte sich der Gast erneut auf den Weg und traf schon wieder auf das Rudel. Als die Pirschfahrt sich dem Ende näherte, tauchte plötzlich eine kleine Gruppe Wildhunde auf und rannte direkt auf das Fahrzeug zu, bevor sie in hohem Tempo vorbeizog.
Blut an Schnauzen und Hälsen verriet sofort, dass die nächtliche Jagd erfolgreich gewesen war. Ihr Ziel schien klar, und die Guides beschlossen, ihnen bis zum Bau zu folgen.
Dort, knapp außerhalb unserer privaten Konzession, erlebten sie eine außergewöhnliche Szene. Einer der Wildhunde näherte sich dem Eingang des Baus und rief nach der Mutter, die sich mit ihren Welpen im Inneren befand. Kurz darauf erschien sie.
Was dann folgte, war eine der bemerkenswertesten Beobachtungen überhaupt.
Die Rudelmitglieder fütterten die Mutter durch Hochwürgen von Nahrung, sodass sie bei ihren Welpen bleiben konnte und dennoch versorgt wurde. Es war ein eindrucksvolles Beispiel für den außergewöhnlichen Zusammenhalt, der Wildhunderudel auszeichnet. Während die Mutter die Welpen bewacht, kümmern sich die übrigen Rudelmitglieder um Jagd, Schutz und Versorgung.
Bei der nächsten Pirschfahrt rechnete der Gast kaum damit, innerhalb von nur anderthalb Tagen ein drittes Mal auf die Wildhunde zu treffen.
Doch genau das geschah.
Diesmal lagen sie entspannt in der Nähe des Baus. Ihre Arbeit war fürs Erste getan. Gesättigt, ruhig und bereit für das nächste Kapitel – die nächste Jagd.



Die Sichtungen gehen weiter
Nun, da die Trockenzeit rund um Mogotlho Einzug gehalten hat, setzt sich die Geschichte fort.
Der Bau ist weiterhin aktiv und die Welpen wachsen von Woche zu Woche. Neue Sichtungen werden beinahe regelmäßig gemeldet und es wird erwartet, dass das Rudel bis mindestens September in der Nähe des Baus bleibt.
Ob es sich dabei um Nachkommen jener Welpen handelt, die vor einigen Jahren erstmals hier gesichtet wurden und inzwischen alt genug sind, selbst bei der Aufzucht der nächsten Generation zu helfen, oder um ein völlig anderes Rudel, das denselben Teil der Khwai-Region für sich entdeckt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.
Eines steht jedoch fest:
Wenn Ihr Guide rund um Mogotlho nach einem Funkspruch plötzlich das Tempo erhöht, stehen die Chancen gut, dass die Wildhunde wieder unterwegs sind.



